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Stichwortverzeichnis | ||
Sokrates:
griech. Philosoph, * Athen 470 v. Chr., U 399, Athen. Sohn des Bildhauers Sophroniskos und der Hebamme Phainarete; wegen angebl. Gottlosigkeit zum Tode verurteilt, trank er den Schierlingsbecher (Gift-). Er war mit Xanthippe verheiratet. S. hat keine Schriften hinterlassen. Die Kenntnis seines Lebens und seiner Lehre beruht auf den Berichten seiner Schüler Xenophon und (vor allem) Plato. In wunschloser Armut widmete sich S. aus pädagog. Leidenschaft auf Straßen und Gymnasien Athens der Belehrung seiner Mitbürger. Durch eindringliches Fragen wollte er vermeintliches und scheinbares Wissen zerstören und zum Wissen des Nichtwissens« hinführen. Diese Infragestellung des Herkömmlichen (->Ironie) war ihm der Weg, zu einem Wissen zu gelangen, in dem wahres, dauerndes Sein erfaßt wird. Dieses Wissen müsse jeder in sich selbst erarbeiten, die sokratische Methode des ruhelosen Fragens hilft ihm dabei (Maïeutik, "Hebammenkunst"). |
Sokrates (um 335 v.Chr.; Rom, Thermenmuseum) (aus: dtv-Lexikon Bd. 17, S. 108; Ausg. 1970) |
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Indem Sokrates den Subjektivismus der Sophistik überwand, legte er den Weg zu Platons Ideenlehre frei. Die kosmische Naturphilosophie der Griechen wird in S. durch die anthropologische Ethik abgelöst. - Das Denken des S. bezog sich in erster Linie auf das sittliche Handeln: aus einsichtigem Denken gehe rechtes Handeln notwendig hervor; »Tugend ist Wissen«, d.h., das Sittliche ist erkennbar und lehrbar. Das Sittliche wird also (erstmalig) statt auf die objektiven Ordnungen (Sitte, Staat, Religion) auf die Selbstgewißheit des einzelnen gegründet. Eine innere Stimme, das ->Daimonion, sagte S., was er tun und was er meiden solle. Die Mündigkeitserklärung der Einzelperson, die die Grundlage der bisherigen Staatsordnung erschütterte, bildete den Hintergrund für das Todesurteil, obschon die konkreten Anklagepunkte Missverständnisse oder Verleumdungen waren. Aus Gehorsam gegen die Gesetze des Staats lehnte S. die Flucht aus dem Gefängnis ab. Die Wirkung des S. noch in der Nachwelt ist groß. Vielen Zeitaltern, so der Aufklärung, galt er als das Idealbild des Weisen. Seine Bedeutung für die Zerstörung des antiken Weltbilds betonten Hegel, J.Burckhardt u. a.; Nietzsche sah in ihm den Beginn des »Sklavenaufstandes in der Moral«. | zurück zur Hauptseite | |
Sokratiker: im weitesten Sinn die Schüler des Sokrates, die seine Lehre selbständig fortbildeten, besonders Plato, Antisthenes, Aristipp, Phaidon, Xenophon und Euklid von Megara. Im engeren Sinn versteht man darunter diejenigen, die "sokratische Schriften" verfasst haben. | Sokratiker | |
Comenius,
Johannes Amos; tschech. Komensky, * Nivnice (Ostmähren) 28.3.1592, + Amsterdam 15.11.1670, Prediger, besuchte die Universität in Heidelberg; später Bischof der böhm. Brüdergemeine; wirkte u. a. in Lissa, Elbing, Thorn, London und Amsterdam. In der Erwartung des Friedensreiches Gottes suchte er durch Wiederherstellung der Brüdergemeine, bes. aber durch eine Reform des Bildungswesens das menschl. Dasein zu bessern. Alle müßten in allem unterrichtet werden. Diesem Ziele dienten sowohl seine Schriften, die das gesamte Wissen der Zeit enzyklopädisch und anschaulich vermitteln sollten ("Pansophia"), als auch seine Bestrebungen, die gelehrten Gesellschaften zusammenzufassen und das Unterrichtswesen neu zu gestalten. Die Schule solle zur Entwicklung der besten Anlagen und zur rechten Gottesverehrung führen und so eine "Werkstätte der Menschlichkeit" sein. (dtv-Lexikon 1970) Comenius war Lehrer in den
mährischen Städten Prerov und Fulnek bis zum Beginn des Dreißigjährigen Krieges, als die Armee des Heiligen Römischen Reiches die
Mähren ins Exil trieb. Er ließ sich danach in Leszno (Polen) nieder und war Bischof der
Mährischen Brüder. Im Jahre 1638 wurde er von Schweden eingeladen, um bei
Bildungsreformen zu helfen. Von der englischen Regierung erhielt er eine ähnliche
Einladung, doch er verließ das Land 1641 kurz nach Ausbruch des Englischen Bürgerkrieges
und zog weiter nach Schweden, wo er bis 1648 arbeitete. Danach lebte er in Polen, Ungarn
und den Niederlanden. |
(Comenius nach einem Kupferstich von 1640 ; Microsoft Encarta CD-ROM)
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Holzeinschlag
/ Wiederaufforstung Die Holzgewinnung ist oft
ebenso vollständig mechanisiert wie eine moderne Fabrik. Nach dem Fällen und Entasten
werden die Baumstämme von Traktoren zu Straßen oder mit einem Seil zu einem Sammelpunkt
gezogen, wo sie auf Lastwagen verladen und zum Sägewerk gebracht werden. Traktoren werden
auch eingesetzt, um die Stämme zu Eisenbahnlinien oder zu einer Stelle, wo sie ein
Lastwagen zum Transport zur Eisenbahn aufnehmen kann, zu schleifen. Vor der Zeit der
Kraftfahrzeuge wurde der Holzeinschlag oft im Winter durchgeführt. Schnee und Eis
erleichterten den Transport auf Pferdeschlitten, auf denen sie zu einem Fluss oder See
transportiert wurden. Während der Schnellschmelze wurden die Stämme zu den Sägewerken
geflößt, die an See- oder Flussufern lagen. |
Wiederaufforstung (Microsoft Encarta) |
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